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TSV Vaterstetten e.V.
Vereinssport mit Tradition
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Rundwanderung um Nußdorf am Inn

Mit den 55+-Wanderern - sachkundigt geführt - in der Heimat unterwegs

05.06.2019 | von Karin Stammel


Thumb 5 2019 nu%c3%9fdorf bild 1 Martin (ganz rechts) versorgt die 55+-Wanderer mit viel Wissen aus seiner Heimat

Wanderung am 24.5.2019: Rundwanderweg von Nußdorf nach Kirchwald, über Gritschn zum Duftbräu und von dort durch das Mühltal zurück nach Nußdorf. Ca. 12 km, leicht bei 400 hm. Gute Wege und Straßen.

Wir starteten unsere Tour um 9 Uhr an der TSV Halle mit 4 Autos bei herrlichem Wanderwetter. Es waren 21 Teilnehmer dabei. Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit erreichten wir Nußdorf und stellten unsere Autos auf dem Parkplatz vor der Leonhardi-Kirche ab. Geführt wurde die Tour von Martin Fürbeck.

Nach einer kurzen Einweisung in die Wegstrecke wanderten wir los. Zuerst ging es auf Straßen des südlichen und sehr malerischen Ortsteils von Nußdorf leicht aufwärts. An einer Streuobstwiese mit alten Apfelsorten hatten wir eine schöne Aussicht über die Fluren des Inntals mit den Ortschaften Flintsbach, Degerndorf und Brannenburg. Über die Ortschaften heraus ragten die Wallfahrtskircherl: Petersberg, oberhalb von Flintsbach, St. Margarethen, oberhalb von Degerndorf und Schwarzlack, oberhalb von Brannenburg. Das vierte Wallfahrtskircherl im vorderen Inntal, die Einsiedelei Kirchwald oberhalb von Nußdorf, war ein Ziel unserer heutigen Wanderung.

Nach dem Genuss der schönen Aussicht wanderten wir auf einer befestigten Straße stetig aufwärts, vorbei an Kreuzwegstationen, bis zur Kapelle der Einsiedelei Kirchwald. Die Einsiedelei ist längere Zeit schon verweist. Hier rasteten wir und erfrischten uns, da wir doch vom Aufstieg aus der Puste gekommen waren. Nach der Besichtigung der Kapelle gingen wir auf einer schönen ebenen Forststraße durch Hochwald bis zu den Weilern von Gritschn.

An einem schönen Aussichtsplatz gab es eine Übersicht über die Fluren des Samerbergs und einen historischen Rückblick. Die „Samerbergla“ sind ein besonderer Menschenschlag. Sie waren gefürchtet Raufbolde auf den Festveranstaltungen der umliegenden Gemeinden. Der Name „Samerbergler“ ist abgeleitet von dem Beruf der Sämer. Die Sämer züchteten auf dem Samerberg starke Pferde, mit denen sie die Flöße von Kaufleuten auf dem Inn zwischen Wasserburg und Kufstein auf- und abwärts zogen. Gehandelt wurde alles was vom 16ten bis 19ten Jahrhundert begehrt und kostbar war, z. B. Salz, Holz, Stoffe und Geschirr. Heute ist der Inn zwischen Passau und Kufstein mit unzähligen Wasserstauwerken kanalisiert. Im Stadtmuseum von Rosenheim gibt es einen Ausstellungsraum, mit dem das Leben der Sämer (Samerbergler) nachgezeichnet wird.

Bei den Weilern Gritschn bogen wir rechts in eine Fahrstraße ein und wanderten leicht aufwärts, bis wir ein kleines Wäldchen erreichten. Dort bogen wir links in einen Jägersteig ab, der nach einer kurzen Wegstreck an der Fahrstraße zum Duftbräu endete. Der Jägersteig war arg durchweicht von den Sturzfluten der vergangenen Tage. Letztlich erreichten wir nach wenigen Minuten das Gasthaus Duftbräu, dort kehrten wir zu Mittag ein.

Im Gasthaus Duftbräu speisten wir vorzüglich in Mitten einer Hochzeitsgesellschaft. Nachdem wir auch noch als Nachtisch Kaffee und Kuchen genossen hatten, brachen wir zur Weiterwanderung Richtung Mühltal auf. Zuerst abwärts einen Wiesenweg durch blühende Wiesen, so wie wir sie im Umkreis von Vaterstetten leider nicht mehr sehen können, bis wir auf die Fahrstraße zum Duftbräu kamen. Nun weiter auf der Teerstraße abwärts, bis wir zum Wasserkraftwerk im Mühltal an der Achen (Steinbach) mit den zwei Fischteichen.

Die Straße durch das Mühltal entlang der Achen (Steinbach) war der letzte Abschnitt unseres Rundwanderweges. Das Mühltal hat seinen Namen von den unzähligen Mühlen, die einst von den Bauern des Samerbergs und von Nußdorf an der Achen betrieben wurden. Die Achen ist der Wassersammler des Samerbergs und der Berge Hochriss und Heuberg. Sie führt/führte immer reichlich Wasser, so dass der Betrieb von Mühlen immer gesichert war. Heute sind nur noch einige wenige Mühlen und Wasserkanäle als Relikte aus der Vergangenheit in Betrieb. Die steilen Wände links und rechts der Achen zeugen davon, dass dereinst gewaltige Wassermassen über viele hunderte von Jahren gewirkt haben müssen, um eine Schlucht zu graben und sich den Weg zum Inn zu bahnen.

Weiter ging’s also die Fahrstraße im Mühltal abwärts entlang der Achen, vorbei an blühenden Wiesen und urigen Auwäldern, bis zu einem Holzsteg, der über die Achen führt. Wir überquerten die Achen und wanderten auf einem romantischen Wanderpfad durch Wald und entlang des Kanals für den Dorfbach von Nußdorf. Wir kamen noch an einer Mühle und einem Sägewerk vorbei und trafen dann auf die Straße, die wir bereits zum Auftakt unserer Wanderung entlang marschiert waren. Nach ein paar Wegbiegungen, an schönen Bauernhäusern vorbei, sind wir an unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz an der Leonhardi-Kirche, zurückgekommen. Gabi hielt noch eine Rückschau zu unserem Wandertag, dankte für die Teilnahme und wir waren froh, dass alle gesund das Ziel erreicht hatten.

Es war eine schöne Wanderung, bei schönem Wetter mit netten Menschen. Jetzt freuen wir uns schon auf die nächste Wanderung.

Martin Fürbeck


Thumb 5 2019 nu%c3%9fdorf bild 3 Die alten Mühlen - Zeugen einer längst vergangenen Zeit